
ENTSCHEIDUNGEN
Entscheidungen zur Anlageberaterhaftung:
LG Salzburg 13. 7. 2010, 3 Cg 54/10p; Dt. BGH 8. 7. 2010, III ZR 249/09; OGH 6. 7. 2010, 1 Ob 105/10p; HG Wien 6. 7. 2010, 1 C 717/09m; OGH 30. 6. 2010, 9 Ob 50/09g; HG Wien 28. 6. 2010, 19 Cg 226/09w; HG Wien 27. 5. 2010, 34 Cg 80/09k; OGH 26. 5. 2010, 7 Ob 84/10v; OGH 19. 5. 2010, 6 Ob 220/09k; OLG Wien 10. 5. 2010, 2 R 238/09y; OGH 22. 4. 2010, 2 Ob 14/10p; OGH 17. 3. 2010, 7 Ob 15/10x; OGH 18. 2. 2010, 6 Ob 24/10p; BGHS Wien 16. 2. 2010, 6 C 1528/07k; OGH 26. 11. 2009, 2 Ob 32/09h; HG Wien 9.10.2009, 35 Cg 92/06b; OLG Wien 30. 9. 2009, 30 R 38/09t; VfGH 28.9.2009, A 3/09; HG Wien 11.8.2009, 17 Cg 47/08f; LGZ Graz, 29.6.2009, 21 Cg 90/08i; OGH 28.1.2009, 1 Ob 232/08m; OGH 8.10.2008, 9 Ob 32/08h; OGH 7.7.2008, 6 Ob 103/08b; OGH 10.3.2008, 10 Ob 11/07a; OGH 30.5.2007, 9 Ob 17/07a; OGH 29.3.2007, 3 Ob 40/07i
zu den Entscheidungen
OGH 19. 5. 2010, 8 Ob 145/09w
Zum Schutzzweck der Geldwäschevorschriften des BWG.
OGH 11. 5. 2010, 9 Ob 85/09d
Zur Ermittlung des Schadens bei fehlerhafter Vermögensverwaltung.
OLG Wien 7. 5. 2010, 2 R 18/10x
Die Zahlscheingebühr verstösst gegen § 27 Abs 6 ZaDiG.
OLG Wien 29. 4. 2010, 1 R 42/10v
Zu unzulässigen AGB-Klauseln bei der Vermögensverwaltung.
OGH 20. 4. 2010, 4 Ob 205/09i
OGH fordert nunmehr auch für einen Schuldbetritt das Formerfordernis der Schriftform.
VwGH 15. 4. 2010, 2007/17/0208
Zum Wertpapierhandel ohne Bankenkonzession.
VwGH 26. 3. 2010, 2009/17/0142
Das Interesse einer Person, die bei der FMA - zur Durchsetzung allfälliger Schäden vor den Zivilgerichten - eine Auskunft beantragt, kann nicht (generell) weniger wiegen als das Interesse der Parteien der (verwaltungsstrafrechtlichen) Verfahren an der Geheimhaltung.
OGH 24. 3. 2010, 3 Ob 246/09m
Die Zession einer noch nicht fälligen Forderung des späteren Gemeinschuldners gegenüber seinem Vertragspartner (eines Bauträgervertrags) an einen Werkunternehmer, der mit seinem im Auftrag des Zedenten hergestellten Werk erst das einredefreie und werthaltige Entstehen der abgetretenen Forderung bewirkt, ist nicht den Regeln der Sicherungszession zu unterwerfen, weil es vorrangiger Zweck der Vereinbarung war, die Werklohnforderung des Zessionars zu befriedigen.
OGH 11. 3. 2010, 4 Ob 28/10m - ecolex 2010/239
Haftung des Vermögensverwalters wegen falscher Beratung während aufrechten Vermögensverwaltungsvertrags.
OGH 3. 3. 2010, 9 Ob 8/10g
Im Fall des evidenten Missbrauchs eines Garantieabrufs kann der Garant selbst - ausnahmsweise - einen Rückzahlungsanspruch direkt gegen den Begünstigten geltend machen.
OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 258/09s - ecolex 2010/190 (Friedl) = RdW 2010/506, 503 = Zak 2010/300, 175
Wird einer für den Liegenschaftseigentümer einschreitenden Bank eine umfassende Vollmacht zur Vorbereitung und Durchführung des privaten Verkaufs einer Liegenschaft erteilt, die der hypothekarischen Sicherung eines gewährten Kredits dient, deutet das bereits auf die Umgehung der Verbotsnorm des § 1371 ABGB hin.
OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 206/09v; OGH 11. 2. 2010, 5 Ob 259/09p - ecolex 2010/151, 448
Aus dem völlig eindeutigen Wortlaut des § 27 Abs 1 u 2 GBG folgt, dass die Angabe der Firmenbuchnummer nur dann dieser Regelung entspricht, wenn sie in der die Eintragungsgrundlage bildenden Urkunde selbst erfolgt. Die Angabe der Firmenbuchnummer im Beglaubigungsvermerk in der Löschungsurkunde reicht dagegen grundsätzlich nicht aus.
OLG Graz 4. 2. 2010, 3 R 183/09w
Zu AGB-Klauseln in Fremdwährungskrediten.
OGH 17. 12. 2009, 6 Ob 212/09h - ecolex 2010/113, 344 (Rabl)
Zu AGB-Klauseln in einem Bürgschaftsvertragsformular.
OGH 19. 11. 2009, 8 Ob 37/09p - ecolex 2010/149, 446 (Friedl) = wbl 2010/57, 150
Gem § 32 Abs 4 Z 2 BWG muss bei Namenssparbüchern und den sog "Großbetragssparbüchern" der Erwerber der Spareinlagenforderung, wenn er Auszahlung begehrt, seinen Erwerb (und damit seine materielle Berechtigung) nachweisen oder zumindest bescheinigen. Die Bank trifft daher die Verpflichtung, sich von einer Person die nicht mit dem identifizierten Kunden ident ist, bescheinigen zu lassen, dass die Rechtsnachfolge oder die Bevollmächtigung in der Person gründet, die zuletzt zu diesem Sparbuch identifiziert wurde.
OGH 17. 11. 2009, 1 Ob 81/09g - ÖBA 2010/1620, 314
OGH 17. 11. 2009, 1 Ob 131/09k - ÖBA 2010/1621, 319 = ecolex 2010/114, 346
Vgl für beide E: Bollenberger, ÖBA 2010, 304.
Zu gesetzwidrigen AGB-Klauseln beim Leasingvertrag.
OGH 12. 11. 2009, 6 Ob 218/09s - ecolex 2010/115, 348
OGH 8. 9. 2009, 4 Ob 90/09b - ÖBA 2010/1610, 191 = JBl 2010, 253 = ecolex 2010/50, 154 (Aspöck)
Zur Auslegung von § 905 ABGB im Lichte der Zahlungsverzugs-RL und der EuGH-E C-306/06 vom 24. 5. 2008.
OGH 13. 10. 2009, 5 Ob 138/09v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 193 = RdW 2010/36, 26 = ecolex 2010/76, 243 = ZFR 2010/42, 81
Nullverzinsungsklausel in Spareinlagenvertrag nichtig
Unterlassungserklärung (§ 28 Abs 2 KSchG) bei Vorlage neu formulierter Ersatzklauseln unwirksam
OGH 18.9.2009, 6 Ob 128/09f - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 194 = ÖBA 2010/1607, 186 = ecolex 2010/6, 42 = RdW 2010/21, 19
Verbandsklage gegen AGB für Spareinlagenvertrag
LG Klagenfurt, 18. 9. 2009, 21 Cg 38/09m
Gesetzwidrige Klauseln bei Fremdwährungskrediten; vor allem zu Konvertierungsmöglichkeiten und Kostenüberwälzungen seitens der Bank.
OGH 5. 8. 2009, 6 Ob 86/09d - ecolex 2010/19, 55 = RdW 2010/37, 27 = ZFR 2010/16, 39
Die Bank hat auf den Konten des Klägers Zinsgutschriften - ohne Gegenbuchung von EU-Quellensteuer - gutgebucht. Zu einer verspäteten Abbuchung der EU-Quellensteuer war sie aufgrund § 7 Abs 2 Z 1, § 8 EU-QuStG nicht mehr berechtigt. Die von ihr aus dem Titel "EU-Quellensteuer für 2005 und 2006" vorgenommenen Belastungsbuchungen erfolgten somit zu Unrecht, weshalb der Kläger einen Anspruch auf Stornierung der unrichtigen Belastungsbuchungen hat.
OGH 30. 6. 2009, 1 Ob 221/08v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 144 = ÖBA 2009/1580, 825 = RdW 2009/816, 846 = ZFR 2010/15, 37
Zur bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung zwischen der vermeintlich angewiesenen Bank und dem Empfänger bei einem gefälschten Scheck.
OGH 23. 6. 2009, 3 Ob 1/09g - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151 = ÖBA 2010/1591, 55 = JBl 2009, 715 = ecolex 2009/405, 1053
Ob eine Interzession im Sinne des § 25c KSchG oder eine diese ausschließende echte Mitschuld vorliegt, hängt von der Auslegung des zwischen der kreditgebenden Bank und dem Haftungsübernehmer geschlossenen Vertrags ab. Ein Eigeninteresse an der Kreditaufnahme ist bloß Indiz für den Vertragswillen auf Begründung einer echten Mitschuld.
Wenn die Bank im von ihr verfassten Vertragsformular eine Bürgenhaftung verlangt und die Frage eines möglichen Eigeninteresses gar nicht erörtert wird, reicht ein tatsächlich bestehendes Eigeninteresse nicht aus, eine Interzession auszuschließen.
In einem solchen Fall obliegt es der Bank, Umstände zu behaupten und zu beweisen, dass der Vertragswille auf die Begründung einer echten Mitschuld gerichtet war, bei der keine Informationspflicht nach § 25c KSchG besteht.
OGH 29. 4. 2009, 7 Ob 13/09a - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 157 = ÖBA 2009/1582, 829 = ecolex 2009/297, 762 = ZIK 2009/269, 176
Im Fall einer Sicherungszession, die zugleich auch die Funktion einer Zession zahlungshalber erfüllt, muss sich der Zessionar ernstlich um die Eintreibung der zedierten Forderungen bemühen, bevor er auf die gesicherte Forderung gegen den Zedenten zurückgreifen darf.
OGH 16. 4. 2009, 6 Ob 287/08m - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 136, 139 = EF-Z 2010/51, 79 (Dullinger) = ÖBA 2009/1583, 830 = JBl 2009, 725 = ecolex 2009/223, 591 (Verweijen)
Zur Auskunftspflicht der Bank nach § 166 Abs AußStrG.
OGH 25. 3. 2009, 3 Ob 278/08s - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 146 = ecolex 2009/213, 582 (Graf) = RdW 2009/586, 585
Zu Z 75 der ABB.
OGH 26. 2. 2009, 1 Ob 31/09d - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151 = ÖBA 2010/1590, 53 = Zak 2009/335, 217. Vgl dazu Kellner, Zak 2009, 207.
Zu "fremde Verbindlichkeit" iSd § 25c KSchG.
OGH 24. 2. 2009, 4 Ob 14/09a - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 151
Eine Bank ist auch außerhalb des Anwendungsbereichs von § 25c KSchG ausnahmsweise zur Warnung eines Interzedenten verpflichtet, wenn sie weiß, dass der Hauptschuldner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zur Rückzahlung des Kredits in der Lage sein werde, und wenn sie zudem damit rechnen muss, dass dem Interzedenten dieser Umstand nicht ebenfalls bewusst ist. Die Anforderungen an die Bank dürfen insbesondere dann nicht überspannt werden, wenn der Interzedent in einer Nahebeziehung zum Hauptschuldner steht und von diesem selbst alle notwendigen Auskünfte fordern und erlangen kann.
OGH 19. 2. 2009, 2 Ob 107/08m - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 140 = ÖBA 2009/1551, 457 (P. Bydlinski) = EvBl 2009/98 (Perner) = ecolex 2009/216, 586. Vgl dazu Graf, ecolex 2009, 577.
OGH 24. 2. 2009, 9 Ob 3/08v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 140 = ÖBA 2009/1564, 595 = ecolex 2009/216, 586
Im Fall einer "Phishing"-Attacke ist die Zurechnung von Willenserklärungen des unberechtigt handelnden nach den Grundsätzen der Anscheinsvollmacht abzulehnen. Selbst wenn man die (fahrlässige) Ermöglichung des Zugriffs auf seine persönlichen Kenndaten als ein den Rechtsschein begründendes Verhalten des Kontoinhabers anerkennen wollte, wird es der Bank bei Zugang des Überweisungsauftrags regelmäßig an der Kenntnis hievon fehlen.
OGH 28. 1. 2009, 10 Ob 70/07b - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 167 = ÖBA 2009/1588, 922 = RdW 2009/355, 401
Der OGH erklärt in Verbandsprozess folgende Klauseln in VISA-Kreditkartenverträgen für unzulässig:
unzulässige Klauseln
zur Entscheidung
OGH 27. 1. 2009, 8 Ob 137/08t - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 164 = ecolex 2009/177, 480 = ÖBA 2010/1600, 130 = bbl 2009, 118
Einwendungen aus dem Valuta- und dem Deckungsverhältnis dürfen auch durch Umwege nicht in die Prüfung des Abrufs der Garantie eingebracht werden, soweit diese nicht als Bedienung der Garantie festgelegt wurden.
OGH 20. 1. 2009, 4 Ob 188/08p - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 184 = MR 2009, 92 (Heidinger) = ecolex 2009/274, 694 = RdW 2009/367, 407
Zum Unterlassungsanspruch wegen irreführender Geschäftspraktiken in der Werbung für Wertpapiere.
OGH 17. 12. 2008, 6 Ob 236/08m - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 145 = ÖBA 2009/1559, 530 = ecolex 2009/113
Infolge Beendigung der zugrunde liegenden Kreditverhältnisse entspricht die Fortführung der Kreditkonten samt deren Einstellung in die Konsumentenkreditevidenz nicht mehr den Tatsachen und ist zu beseitigen.
OGH 16. 12. 2008, 1 Ob 188/08s - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 133 = ÖBA 2009/1558, 527
Zur Zinssatzänderung beim Bausparkredit
OGH 13. 11. 2008, 8 Ob 55/08h - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 137, 142 = ÖBA 2009/1560, 533
Für eine Anordnung des Verlassenschaftsgerichts, wonach die kontoführende Bank (mangels eines am Konto befindlichen Guthabens aus dem Vermögen der Bank) eine (strittige) Forderung der Rentenversicherung zu begleichen hat, fehlt jede rechtliche Grundlage.
OGH 6. 11. 2008, 6 Ob 210/08p - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 150 = RdW 2009/81, 78
Die Ausübung des Mäßigungsrechts setzt nach § 25d KSchG voraus, dass der Gläubiger bei Begründung der Verbindlichkeit erkennen konnte, dass der bzw die Mithaftende bloß als Interzedent einschreitet. Ob und unter welchen Umständen eine Interzession dem Gläubiger erkennbar wird oder er eine solche erkennen musste, ist von den Umständen des Einzelfalls abhängig.
OGH 6. 11. 2008, 6 Ob 224/08x
Eine analoge Anwendung der §§ 25c, 25d KSchG auf den bloßen Pfandbesteller kommt nicht in Betracht.
OGH 5. 11. 2008, 7 Ob 235/08x - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 113 = ecolex 2009/142, 404
Eine Bank ist nicht verpflichtet, von sich aus Nachforschungen über den Treuhandcharakter eines Girokontos anzustellen; sie ist auch nicht verhalten, einen Treuhänder zu überwachen. Nur wenn die Bank konkret weiß, dass die auf einem Geschäftsgirokonto des Kontoinhabers eingehenden Beträge Treuhandgelder sind, darf sie weder von ihren Rechten nach Punkt 23 der AGBKr Gebrauch machen, noch diese Beträge debetsenkend zu Gunsten des Kontoinhabers (Treuhänders) verbuchen.
OGH 1. 10. 2008, 6 Ob 131/08w - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 149 = ÖBA 2009, 546 = ecolex 2009/115, 327 = ZIK 2009/55, 35 = ZFR 2009/14, 29 = Zak 2009/42, 36
Hat sich der Bürge für Forderungen aus einem Kreditvertrag bis zu einem bestimmten Höchstbetrag verbürgt (Teilbürgschaft) und wird die Hauptschuld durch eine Vereinbarung zwischen Gläubiger und Hauptschuldner nachträglich erweitert, so wirkt sich die Erweiterung der Hauptschuld nur dann auf die Bürgenverpflichtung aus, wenn sie nach Auslegung der Bürgschaftsvereinbarung von dieser miterfasst war. Ist dies nicht der Fall, kann der Bürge verlangen, dass Teilzahlungen des Hauptschuldners so verrechnet werden, wie es der ursprünglichen Höhe der Hauptschuld entsprochen hätte.
OGH 30. 9. 2008, 1 Ob 31/08b - ÖBA 2009, 545 = ecolex 2009/36, 130 = ZIK 2009/58, 36
Ein der Sicherungseinrichtung nach § 92 Abs 3 BWG zustehender Rückgriffsanspruch gem § 896 ABGB gegen die Republik Österreich verjährt mangels Vorliegen "besonderer Verhältnisse" zwischen den Streitteilen gem § 1478 ABGB in 30 Jahren.
OGH 3. 9. 2008, 3 Ob 166/08w - ÖBA 2009/1539, 303 = ecolex 2009/8, 32 = ZFR 2009/15, 31
Zur Bestätigung eines unwiderruflichen Überweisungsauftrags.
OGH 3. 9. 2008, 3 Ob 111/08g - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 148 = ÖBA 2009/1537, 234 = ecolex 2008/401, 1124 = JBl 2009, 253 (P. Bydlinski) = RdW 2009/215, 271 = ZFR 2009/36, 62
Zur Frage der Anwendbarkeit von § 25c KSchG und des § 879 Abs 1 ABGB.
OGH 2. 9. 2008, 8 Ob 77/08v - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 142 = ÖBA 2009/1541, 314 = ecolex 2009/34, 127
Zu Art 21 ScheckG.
OGH 7. 8. 2008, 6 Ob 94/07b - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 147 = ÖBA 2009/1555, 475 = RdW 2009/24, 19
Analoge Anwendung des § 25c KSchG im Fall der Haftung für Firmenkreditkarte.
OGH 7. 8. 2008, 6 Ob 253/07k - ÖBA 2009/1540, 306 (Iro) = JBl 2009, 165 = RdW 2008/727, 782
Verbandsklage gegen AGB in Wertpapierverträgen:
Eine Klausel, die den Zugang aller für den Kunden bestimmten Mitteilungen und sonstigen Sendungen am ersten Bankarbeitstag nach der Bereitstellung zur Abholung bzw der Einräumung der Abfragemöglichkeit annimmt, verstößt gegen § 6 Abs 1 Z 3 KSchG.
Eine Klausel, die für die Ausfolgung bzw Übertragung von Depotwerten ein Entgelt vorsieht, das der Abgeltung einer im Regelfall mit der Erfüllung der vertraglichen Pflichten verbundenen Leistung dient, unterliegt der Inhaltskontrolle im Rahmen des § 879 Abs 3 ABGB. Es liegt aber keine gröbliche Benachteiligung iSd § 879 Abs 3 ABGB vor.
OGH 11. 7. 2008, 3 Ob 99/08t - ÖBA 2009/1527, 77 = JBl 2009, 123 = RdW 2008/665, 714
Zur Haftung der Bank für ihre Bestätigung nach § 10 Abs 3 GmbHG.
OGH 10. 7. 2008, 8 Ob 84/08y - ÖBA 2009/1530, 152 = ecolex 2008/367, 1009 = RdW 2008/671, 717
Zur Haftung der Bank für Vollmachtsmissbrauch durch Bevollmächtigten.
OGH 26. 6. 2008, 10 Ob 47/08x - ÖBA 2009/1533, 218 (Iro) = ecolex 2008/331, 902 = RdW 2008/654, 710
Verbandsklage (§§ 28 ff KSchG) gegen AGB in Bausparverträgen
Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich wegen Vorschriften über Liquiditätsreserven in bestimmten Bereichen des Bankensektors eingestellt.
zur Begründung der Verfahrenseinstellung
OGH 8. 5. 2008, 6 Ob 53/08z, ecolex 2008/255, 725
§ 32 Abs 4 Z 2 BWG versteht sich nicht als Übertragungsverbot für die entsprechenden Sparbücher.
OGH 7. 5. 2008, 9 Ob 10/07x
Zur Anfechtung der Prolongation eines Kontokorrentkredites nach § 31 Abs 1 Z 2 2. Fall KO.
OGH 6. 5. 2008, 1 Ob 83/08z
Unabhängig von § 25c KSchG besteht für den Kreditgeber eine allgemeine Pflicht, einen potentiellen Interzedenten vor den drohenden Risiko zu warnen, wenn die Bank Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit oder den unmittelbar bevorstehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch des Kreditnehmers hat.
Eine bloße Voraussehbarkeit löst die angesprochene Aufklärungspflicht des Kreditgebers (noch) nicht aus.
Entscheidung der Kommission vom 30. April 2008 über die Staatliche Beihilfe C56/06 Österreichs für die Privatisierung der Bank Burgenland
zur Entscheidung
OGH 10. 4. 2008, 3 Ob 22/08v, Zak 2008/363, 215 = RWZ 2008/51, 165 = RdW 2008/413, 456 = GeS 2008, 192 = ecolex 2008/269, 745
Wenn ein Pfandbesteller seinen 100%-Geschäftsanteil an einer GmbH, bei der er Alleingesellschafter und Alleingeschäftsführer ist (Einmanngesellschaft), verpfändet und die Verpfändung namens der Gesellschaft im schriftlichen Pfandvertrag zustimmend zur Kenntnis nimmt, ist die für die Verpfändung erforderliche Publizität gegeben. Mangels jeglicher Interessenkollision ist eine solche Drittschuldnerverständigung in Form einer "Insichverständigung" infolge der Personenidentität des Pfandbestellers und des Organs des Drittschuldners ein zulässiges und nach außen tretendes Zeichen iSd § 452 ABGB.
OGH 9. 4. 2008, 7 Ob 24/08t
Auch die Eltern des Minderjährigen bedürfen - entgegen einer Äußerung in den Gesetzesmaterialien - nach der klaren Anordnung des § 234 ABGB für die Entgegennahme eines € 10.000,- übersteigenden Kapitalbetrages namens des Minderjährigen der Genehmigung des Pflegschaftsgerichts.
OGH 3. 4. 2008, 1 Ob 43/08t - Jahrbuch Bank- und Kapitalmarktrecht 2009/2010, 181 = ZIK 2008/239, 143 = ecolex 2008/225, 629 = ZFR 2008/83, 143 = RdW 2008/460, 501
Zur Schutzgesetzqualität von § 3 InvFG.
OGH 28. 2. 2008, 8 Ob 140/07g
Keine Anwendung des § 25c KSchG auf die Interzession durch Pfandbesteller.
OGH 21. 2. 2008, 6 Ob 291/07y, ecolex 2008/184, 528 = ZFR 2008/85, 146
Formulierung "österreichisches Kreditinstitut" in AGB-Klausel widerspricht § 6 Abs 2 Z 2 KSchG.
OGH 5. 2. 2008, 5 Ob 247/07w, ZIK 2008/179, 105 = ecolex 2008/185, 528 = EvBl 2008/113
Schon das Transparenzgebot verlangt für eine Klausel über die Verpflichtung zur Tragung von Betreibungskosten, dass in ihr der zu leistende Betrag entweder selbst genannt oder seine Auffindung durch eine unmittelbar zielführende, auch dem Durchschnittsverbraucher leicht verständliche Verweisung ermöglicht wird.
OGH 19. 12. 2007, 3 Ob 252/07s, Zak 2008/203, 115, ÖBA 2008/1491, 520 = ecolex 2008/147, 422 (Friedl)
Gegenüber einem Bankkunden, der am Kassenschalter die Auszahlung eines hohen Geldbetrags verlangt, treffen die Bank (vor-)vertragliche Schutzpflichten zur Aufklärung und zum Anbot von weniger risikoträchtigen Auszahlungsmöglichkeiten (Überweisung des Geldbetrages; Barauszahlung in einem uneinsehbaren Geschäftsraum).
OGH 7. 11. 2007, 6 Ob 222/07a, RdW 2008/353, 396 = ZFR 2008/9, 23 = ÖBA 2008/1484, 443
Zur Pfändung eines anonymen Wertpapierdepots und Wertpapier-Verrechnungskontos.
OGH 7. 11. 2007, 6 Ob 110/07f, ZFR 2008/33, 68 = ÖBA 2008/1486, 505 = ecolex 2008/37, 128
Die Wohlverhaltensregeln der §§ 11 ff WAG 1996 sind auch auf den Vermögensverwaltungsvertrag anzuwenden. Die Verpflichtung zur Mitteilung aller zweckdienlichen Informationen nach § 13 Z 4 WAG 1996 beinhaltet auch die Offenlegung von Retrozessionsvereinbarungen ("Kick-back"-Vereinbarungen).
Siehe auch Besprechungsaufsatz Koch, Von Rücktritten und Retrozessionen, ÖBA 2008, 475.
OGH 17. 10. 2007, 7 Ob 222/07h, EF-Z 2008/80, 138
Bausparvertrag im Namen eines Minderjährigen.
OGH 28. 9. 2007, 9 Ob 108/06g, ecolex 2008/4, 38 (Friedl) = ÖBA 2008/1468, 211 (Artmann)
§ 32 Abs 4 Z 2 BWG versteht sich nach dem Schutzzweck der Regelung nicht als Übertragungsverbot für Sparbücher.
Auszahlungen an den Vertreter des identifizierten Kunden sind daher wirksam.
Der Besitz eines Blanketts begründet den Rechtsschein der Ausfüllungsbefugnis.
OGH 11. 9. 2007, 1 Ob 44/07p, ecolex 2007/385, 929
Zu den Sorgfaltspflichten einer Bank bei internationaler Anzahlungsgarantie; zur Frage eines Schadenersatzanspruchs wegen Verstoßes §§ 39 ff BWG.
OGH 4. 7. 2007, 7 Ob 133/07w, ecolex 2007/361, 856
Zur Auslegung des § 29 InvFG
OGH 26. 6. 2007, 10 Ob 61/07d, ecolex 2007/318, 760 = ÖBA 2008/1467, 208 (mit Anm Artmann, ÖBA 2008, 214)
Zur Frage einer Anscheinsvollmacht zur Behebung von Sparguthaben.
OGH 5. 6. 2007, 10 Ob 67/06k, RdW 2007/676, 661 = ÖBA 2008/1459, 131 (s dazu Kellner, ÖBA 2008, 117)
Klausel in Kreditvertrag wonach bei einer vorzeitigen Rückzahlung innerhalb der Fixzinsperiode "die Kosten der Wiederveranlagung zum Geldmarktsatz, mindestens jedoch 2% des vorzeitig rückgezahlten Betrages" verrechnet werden, gegenüber Verbraucher wegen Intransparenz (§ 6 Abs 3 KSchG)unzulässig.
OGH 21. 5. 2007, 8 Ob 22/07d, ecolex 2007/315, 757 = EvBl 2007/144 = ÖBA 2008/1466, 206 (mit Anm Artmann, ÖBA 2008, 214)
Aus § 32 Abs 4 Z 2 BWG ist kein Übertragungsverbot für Sparbücher abzuleiten.
OGH 24. 4. 2007, 4 Ob 53/07h, ecolex 2007/280, 670 = RdW 2007/751, 731 = ÖBA 2008/1462, 140
Erteilt ein Kunde, der einen Scheck zum Inkasso einreicht, der Inkassobank ausdrücklich oder schlüssig den Auftrag, eine Erklärung der bezogenen Bank über die Deckung des Schecks einzuholen, so muss die Bank den Kunden vor einer möglichen Rückbuchung warnen, wenn sie die Schecksumme vor dem Vorliegen einer Deckungszusage auf dessen Konto gutbucht.
OGH 18. 4. 2007, 7 Ob 292/06a
Zu Fragen von Auskunftsrechten gegenüber der Bank über Konten und Kontobewegungen eines verstorbenen Kunden.
OGH 18. 4. 2007, 7 Ob 282/06f, ÖBA 2007/1444, 903 = RdW 2007/752, 732
Zur Qualifikation der Zahlstellen- und Bestätigungsbank als Substitutin oder Erfüllungsgehilfin der Akkreditivbank beim Dokumentenakkreditiv. - Haftung der Akkreditivbank wegen fehlerhafter Aufklärung über die Konsequenzen der Einschaltung einer ausländischen Zahlstellen- und Bestätigungsbank.
OGH 3. 4. 2007, 5 Ob 45/07i, ecolex 2007/247, 597 = ÖBA 2007/1445, 909 = RdW 2007/737, 724
Abtretung des Anspruchs aus der Bankgarantie / zum Einwand des Rechtsmissbrauchs gegen den Zessionar
OGH 28. 3. 2007, 7 Ob 260/06w, ecolex 2007/316, 758 = RdW 2007/693, 671
Aufklärungspflicht der Bank gegenüber dem Pfandbesteller, dass ohne Förderung, die nur mündlich zugesagt, aber noch nicht bewilligt wurde, nicht einmal die Ausfinanzierung des Projekts gesichert sei. - Keine analoge Anwendung der §§ 25c und 25d KSchG auf Interzession durch Pfandbestellung.
OGH 27. 3. 2007, 1 Ob 269/06z, ecolex 2007/248, 599 = ÖBA 2007/1449, 918
Anwendbarkeit des AHG auf die Bankenaufsicht. - Die Einlösung der Forderungen der Einleger (gegen die Bank) umfasst auch deren Amtshaftungsansprüche wegen Fehlverhaltens des Bankprüfers.
OGH als Kartellobergericht 21. 3. 2007, 16 Ok 12/06, ÖBA 2007/1428, 644
Zur Zulässigkeit des Haftungsverbundes der Österreichischen Sparkassen
OGH 20. 3. 2007, 4 Ob 221/06p, ecolex 2007/252, 601 = ÖBA 2007/1450, 981
Unzulässigkeit von AGB-Klauseln in Verbraucherkreditverträgen
OLG Wien 20. 3. 2007, ZR 10/07s
OLG Wien erklärt 21 Klauseln der Visa-Service-Kreditkarten AG für gesetzwidrig.
OGH 16. 3. 2007, 6 Ob 8/07f, ÖBA 2007, 912 = RdW 2007/694, 671
Der Überweisungsempfänger erwirbt allein aufgrund des Überweisungsauftrags und der Überweisungsbestätigung noch keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegenüber der Bank, die die Überweisung auszuführen hätte.
OGH 27. 2. 2007, 1 Ob 1/07i, RdW 2007/406, 405 = EvBl 2007/99 = ÖBA 2008/1458, 127 (Vogel)
Risikoüberwälzung des Kreditkartenmissbrauchs im Fernabsatz auf Vertragshändler zulässig
Das Risiko betrügerischer Bestellungen gehört zu den typischen Risiken des Fernabsatzes, mit denen Händler seit jeher umzugehen haben. Bietet ein Vertragsunternehmen ungeachtet dieser Risiken dennoch Geschäfte im Fernabsatz an, so erscheint die (alleinige) Zuweisung dieses Risikos an das Vertragsunternehmen im Zuge der Risikoverteilungsklausel sachlich gerechtfertigt, zumal der Händler die Möglichkeit hat, von derartigen Geschäften Abstand zu nehmen, wogegen die Kreditkartengesellschaft einen Missbrauch wie hier vorliegend nicht unterbinden kann und auch auf den Vertragsabschluss und dessen Modalitäten keinen Einfluss hat.
OGH 22. 2. 2007, 3 Ob 248/06a, JBl 2007, 586 = ÖBA 2007, 531 (Graf) = ecolex 2007/179, 433
Zum Bankomatkartenmissbrauch
Zur Rückforderung überhöhter Kreditzinsen
Verbraucherkredite:
OGH 7 Ob 190/04y; 10 Ob 23/04m; 9 Ob 62/04i; 4 Ob 73/03v; 2 Ob 106/03g; 3 Ob 280/02a; 3 Ob 234/04i; 3 Ob 148/04t; 7 Ob 222/04d; 2 Ob 98/03f, 1 Ob 68/05i;1 Ob 162/05p; 7 Ob 204/05h; 6 Ob 172/05w; 3 Ob 236/05k; 4 Ob 10/06h; HG Wien 1 R 248/05z; 9 Ob 23/07h; 8 Ob 98/09h
Unternehmerkredite:
10 Ob 125/05p; 10 Ob 145/05d
vgl dazu jüngst Klauser/Gaugg, ecolex 2006, 740
Übersicht in folgenden Links:
Zur Rückforderung überhöhter Kreditzinsen bei Verbraucherkrediten
Zur Rückforderung überhöhter Kreditzinsen bei Unternehmerkrediten